Urban Cat Jungle oder giftige Zimmerpflanze
für Ihre Katze?

Worauf Sie bei der Pflanzenwahl für Ihre Wohnung achten sollten

Grünpflanzen schaffen ein tolles Raumklima, sehen dazu gut aus und machen die Wohnung gemütlicher. Bei der Auswahl von Zimmerpflanzen müssen Sie als Katzenbesitzer/in dennoch sehr vorsichtig sein. Was Sie bei der Auswahl beachten müssen und warum Ihre Katze instinktiv an Pflanzen knabbert, erfahren Sie hier.

Gras als natürliches Brechmittel – warum Ihre Katze Zimmerpflanzen frisst

Ein instinktives, natürliches Bedürfnis von Katzen ist es, Gras zu fressen. Gras hilft beim Herauswürgen von Haarbällen, die Ihre Katze durch Fellpflege (besonders auch beim Fellwechsel) und Fressen von Beutetieren verschluckt. Im schlimmsten Fall können die verschluckten Haare zu einem Darmverschluss führen. Die Pflanzenfasern von Gras unterstützen die Bindung der Haare im Magen Ihrer Katze sowie den Würgvorgang und somit das Ausscheiden dieser Haarknäuel – ein natürliches Brechmittel also. Zudem gehen Ernährungswissenschaftler davon aus, dass sich Katzen durch das Kauen auf Gräsern mit dem wasserlöslichen Vitamin Folsäure versorgen, das wichtig für die Blutbildung ist. 

In einem Haus oder einer Wohnung steigen Katzen von wildem Gras gern auf vorhandene Zimmerpflanzen um und zerkauen möglicherweise Ihre grüne Deko – schade für Sie und eventuell schädlich für Ihre Katze, denn diese verträgt längst nicht jede Grünpflanze. Auf der sicheren Seite sind Sie zum Beispiel mit Katzengras. Es bewirkt, dass die Katze den Hairball ausspuckt, nachdem sie am Katzengras geknabbert hat. Außerdem gibt es spezielle Anti-Hairball-Katzensnacks mit natürlichen Fasern, die dafür sorgen, dass die Haare das Verdauungssystem problemlos passieren, bevor sie sich zu einem Haarknäuel formen können. Die Katze scheidet die Haare schließlich über den Darm aus.

Wie Sie Pflanzen richtig bestimmen und Giftpflanzen erkennen

Es gibt zwischen 400.000 und 500.000 verschiedene Pflanzenarten auf der Erde. Bei der riesigen Pflanzenvielfalt kann man schon mal den Überblick verlieren. Zudem gibt es Neuzüchtungen, Exoten, Neuentdeckungen und abgewandelte Formen bekannter Pflanzen. Deshalb ist es schwer, die giftigen Inhaltsstoffe einzelner Pflanzen genau zu bestimmen. Um Verwechslungen vorzubeugen, beachten Sie bitte Folgendes:

Die Namen der Pflanzen richtig bestimmen

Um dafür zu sorgen, dass es nicht zu Verwechslungen kommt, suchen Sie Ihre Pflanzen ausschließlich nach den botanischen Namen aus. Diese stammen aus dem international einheitlichen botanischen Namensverzeichnis. Nur so kann eine Pflanze sicher identifiziert und eine Verwechslung ausgeschlossen werden. Darüber hinaus kann man Eigenschaften der Pflanze am botanischen Namen ablesen, wie zum Beispiel Farbe, Herkunft oder Hinweise zur Verwendung.

Finden Sie per App den botanischen Namen der Pflanze heraus

Es gibt Apps, mit denen man Pflanzen abfotografieren kann. Diese zeigen Ihnen dann den botanischen Namen an.

5 giftige Zimmerpflanzen, die Sie aus dem Wohnzimmer verbannen sollten

  1. Alpenveilchen (Cyclamen): Eine beliebte Topfpflanze, doch für Ihre Katze sehr giftig. Vor allem in der Knolle des Alpenveilchens finden sich Saponine, das sind toxisch wirkende Pflanzenstoffe. Die Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Magenbeschwerden und Durchfall.
  2. Avocado (Persea americana): Diese Pflanze gehört zu den Lorbeergewächsen und der Inhaltstoff Persin, welcher im Fruchtfleisch und im Kern zu finden ist, wirkt auf Ihre Katze toxisch. Die Anzeichen einer Vergiftung sind Atemnot, Husten, erhöhte Pulsfrequenz sowie Wassereinlagerung an der Unterhaut, besonders am Hals und Unterbauch.
  3. Gummibaum (Ficus elastica): Alle Ficus-Arten sind giftig für Katzen. Die Pflanzen enthalten im Milchsaft Harz, Kautschuk und sekundäre Pflanzenstoffe wie Furocumarine und flavonoide Verbindungen. Sollte Ihre Katze diese Blätter fressen, kann es zu Bauchschmerzen und Erbrechen kommen.
  4. Fensterblatt (Monstera): Diese Pflanzen besitzen Scharfstoffe, wie man sie beispielsweise von Chili kennt. Die Symptome einer Vergiftung sind starker Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall und Schluckbeschwerden.
  5. Tulpen (Tulipa): Tulpen stammen aus der Familie der Liliengewächse (Liliaceae). Alle Pflanzenteile der Tulpe sind für Ihr Haustier giftig. Die enthaltenen Giftstoffe Tuliposide A und B sowie Tulipin reizen die Schleimhäute der Katze.

Der Urban Cat Jungle: 5 Zimmerpflanzen, die für Ihre Katze unschädlich sind

  1. Katzenminze (Nepeta catarina): Mit ihrem kräftigen minzartigen Geruch ist sie ein wahrer Magnet für Katzen. Grund dafür ist das in der Pflanze enthaltene Nepetalacton, das eine anziehende Wirkung hat. Die meisten Katzen reagieren beinahe euphorisch auf die Katzenminze – sie spielen damit und wälzen sich sogar in ihr. Trotz der scheinbar berauschenden Wirkung müssen Katzenbesitzer aber keine Angst davor haben, dass die Pflanze gefährlich sein könnte – sie ist absolut ungiftig. Tatsächlich kann die Katzenminze sogar als Lockmittel eingesetzt werden: Legt man etwas davon in die Transportbox, gehen viele Katzen freiwillig hinein und sind auch während der Fahrt deutlich entspannter, da die Pflanze eine beruhigende Wirkung hat.
  2. Geldbaum (Crassula ovata): Enthält keinerlei Giftstoffe und ist sehr pflegeleicht.
  3. Zyperngras (Cyperus zumula): Auch Katzengras genannt. Der Vorteil bei diesen gezüchteten Gräsern ist, dass sie nicht mit Pestiziden oder Ähnlichem behandelt wurden und gut für das Verdauungssystem Ihrer Katze sind.
  4. Zimmertanne (Araucaria heterophylla): Nicht nur schön, sondern auch ungiftig für Ihre Katze. Im Gegensatz zu anderen Nadelbäumen kann sie problemlos als Zimmerpflanze gehalten werden.
  5. Korbmarante (Calathea): Für Katze und Mensch ist die Korbmarante die ideale Zimmerpflanze – all ihre Arten sind ungiftig und können bedenkenlos aufgestellt werden.

Symptome, an denen Sie erkennen, dass Ihre Katze an einer Vergiftung leidet

Wenn Sie glauben, dass Ihre Katze in Kontakt mit einer giftigen Pflanze gekommen ist, sollten Sie auf auffällige Symptome achten wie:

  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Vermehrter Speichelfluss
  • Lähmungserscheinungen
  • Appetitlosigkeit
  • Pupillenerweiterung
  • Blutdruckabfall
  • Unruhe 
  • Zittern 
  • Taumeln

Viele Gifte entfalten ihre Wirkung erst nach 12 bis 14 Stunden. Wenn also nicht sofort die oben beschriebenen Symptome auftreten, bedeutet dies nicht unbedingt eine Entwarnung – beobachten Sie Ihre Katze genau. Bei Pflanzenvergiftungen schwankt der Toxingehalt im Blut der Katze, da er von Faktoren wie Standort, Vegetationsperiode und Unterart der Pflanze beeinflusst werden kann. Daher ist es durchaus möglich, dass der Verzehr einer giftigen Pflanze nur zu moderaten Symptomen führt oder dass nur einzelne der Vergiftungssymptome auftreten.

5 Tipps, wie Sie Ihr Zuhause für Ihre Katze und Ihre Pflanzen sicherer machen können:

  • Stellen Sie die für Ihre Katze toxischen Pflanzen an einen unzugänglichen Ort, zum Beispiel in einen Raum, den Sie abschließen können, oder in ein Terrarium.
  • Schneiden Sie Pflanzen regelmäßig zurück, damit die langen Pflanzenarme nicht zum Spielzeug Ihrer Katze werden.
  • Meiden Sie Wasserpflanzen. Katzen lieben Wasser und spielen besonders gerne damit, wenn es sich in einer imposanten Vase befindet. 
  • Schneiden Sie Hühnerdraht zurecht und legen Sie diesen auf die Blumenerde um die Pflanze herum. Dies verhindert, dass Ihre Katze die Erde umgräbt oder den Kübel womöglich noch als Katzenklo verwendet. 
  • Sie können auch einige größere Steine ​​oder Edelsteine ​​verwenden, um den Boden zu bedecken.

Katzen wissen nicht instinktiv, welche Pflanzen für sie giftig sind und welche nicht. Mit den genannten Tipps und Tricks können Sie Ihre Katze ohne Bedenken mit Ihren Zimmerpflanzen alleine zu Hause lassen. Und: Spielen Sie auch mal ausgiebig mit Ihrer Katze – eine glückliche und müde Katze lässt Ihre Pflanzen in Ruhe.

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