Ihre Katze trinkt zu wenig? Gefahren der Dehydrierung

Woran Sie erkennen ob Ihre Katze dehydriert ist – und was Sie dagegen tun können

Viele Katzen sind trinkfaul. In den frühen Stadien ist Dehydration leicht zu übersehen, deshalb ist es wichtig, dass Sie die Wasseraufnahme Ihrer Katze regelmäßig beobachten. Tatsächlich sehen Sie körperliche Anzeichen erst dann, wenn die Dehydration fortgeschritten ist.

Warum Wasseraufnahme so wichtig für Ihr Haustier ist und wie viel Flüssigkeit eine Katze wirklich braucht

Eine erwachsene Katze hat einen täglichen Flüssigkeitsbedarf von etwa 45 ml pro Kilogramm Körpergewicht. Das bedeutet: Eine 5 Kilogramm schwere Katze benötigt 225 Milliliter Wasser pro Tag – diesen nimmt sie größtenteils durch Nahrung auf. Sollten Sie Ihre Katze mit Nassfutter füttern, braucht sie demnach nicht viel Wasser zusätzlich. Wenn Sie Ihre Katze jedoch ausschließlich mit Trockenfutter füttern – was nicht zu empfehlen ist – steigt der Bedarf an zusätzlichem Trinkwasser deutlich.

Ihre Katze braucht den lebenswichtigen Nährstoff Wasser für den Wärmeausgleich im Körper. Da Katzen keine Schweißdrüsen besitzen, regulieren sie ihre Körpertemperatur durch Hecheln – dabei verdunstet Speichel und verschafft ihnen so etwas Kühlung. Und andererseits durch Belecken des Fells, der Speichel bedeckt die Haare und kühlt das Fell ab, wenn dieser verdunstet. Außerdem ist Wasser wichtig für so ziemlich alle Organe, die nur mit genügend Flüssigkeit einwandfrei funktionieren können.

Symptome, an denen Sie erkennen, dass Ihre Katze dehydriert ist


  • Weniger Hautelastizität: Ein frühes Zeichen ist ein geringfügiger Verlust der Hautelastizität.


    Sie können die Elastizität selbst überprüfen, indem Sie einen Hautbereich entlang des Rückens oder der Brust Ihrer Katze auswählen – vermeiden Sie die Haut am Nacken, da diese dick ist und irreführende Ergebnisse liefern kann. Drücken Sie die Haut vorsichtig zwischen zwei Fingern, lassen Sie sie los und beobachten Sie die entsprechende Hautfalte.

    Bei einem gesunden Tier geht die Haut relativ schnell wieder zurück in ihre ursprüngliche Position. Bei einer leicht dehydrierten Katze kann es sein, dass dies nicht so schnell passiert. Ist die Katze stark dehydriert, bleibt die Hautfalte in dieser Position.

    Wichtig: Dieser Test ist nicht immer ganz genau. Alte oder abgemagerte Tiere haben oft eine weniger elastische Haut als jüngere Tiere. Auch gibt es Unterschiede bei übergewichtigen Tieren, diese haben zum Beispiel viel Unterhautfett, sodass sie möglicherweise keinen offensichtlichen Verlust der Hautelastizität haben.
     

  • Leicht eingefallene Augen: Die Augen Ihrer Katze können Ihnen wichtige Informationen über den Hydratationsstatus geben. Leicht eingefallene Augen bei einer ansonsten gesunden Katze weisen auf eine mäßige Austrocknung hin. In einigen fortgeschrittenen Fällen der Dehydrierung kann die Nickhaut, eine zusätzliche Bindehautfalte im nasenseitigen Augenwinkel, sichtbar sein. In diesem Fall sollten Sie unverzüglich einen Tierarzt aufsuchen.

  • Trockenes Zahnfleisch: Schieben Sie vorsichtig die Oberlippe Ihrer Katze nach oben, um das Zahnfleisch freizulegen und es mit Ihrem Finger zu berühren. Bei einer gut hydrierten Katze sollte sich das Zahnfleisch feucht anfühlen. Wenn sich das Zahnfleisch klebrig und trocken anfühlt, kann dies ein Anzeichen von Dehydrierung sein.

    Wenn das Zahnfleisch sehr blass oder weiß ist, bringen Sie die Katze sofort zum Tierarzt.
  • Zahnfleisch-Kapillare: Drücken Sie mit dem Finger ein paar Sekunden auf die Mundschleimhaut beziehungsweise das Zahnfleisch und zählen Sie beim Loslassen die Sekunden, so lange, bis das Blut wieder zurückgeflossen ist. Bei einer gesunden Katze sollte die Haut in weniger als zwei Sekunden wieder die normale Farbe annehmen.
    Bei mäßig dehydrierten Katzen kann dies etwas länger dauern und bei stärkerer Dehydrierung kann sich diese Nachfüllzeit des Blutes deutlich verlängern.

 

  • Kalte Pfoten: Auch die Temperatur der Pfoten kann aufschlussreiche Informationen geben. Halten Sie eine Pfote in der Handfläche und fühlen Sie die Temperatur. Wenn sich die Pfoten kühl oder kalt anfühlen, kann dies ein Zeichen für eine starke Dehydration sein.

Eine mögliche Folge von zu wenig Flüssigkeit: Harnsteine (FLUTD) oder Nierensteine bei Katzen

Verschiedene Ursachen können zu Harnsteinen oder Nierensteinen bei Katzen führen. So sind Übergewicht, Bewegungsarmut, Kastration, Harnwegsinfektionen sowie Dehydration Risikofaktoren. Trinken Katzen zu wenig, reduziert sich die Harnmenge und Häufigkeit der Toilettengänge, wodurch die ableitenden Harnwege zu wenig gereinigt werden. So kann es zur Bildung von Kristallen oder Steinen in den unteren ableitenden Harnwegen oder den Nieren kommen.

Was Sie tun können, wenn Ihre Katze zu wenig trinkt

Damit Sie auf der sicheren Seite sind und sich keine Sorgen machen müssen, achten Sie darauf, wie viel Ihre Katze trinkt und animieren Sie sie auch gerne dazu. Häufig hilft das Umstellen des Trinknapfes, oder stellen Sie sogar mehrere auf. Ein Trinkbrunnen führt Katzen spielerisch an das regelmäßige Trinken heran, denn sie lieben fließendes Wasser. Eine Umstellung auf Feuchtfutter kann ebenso eine gute Lösung sein, denn darin ist natürlicherweise Wasser enthalten. Katzen lieben zudem Geschmack: Es gibt spezielle Katzengetränke, die als Ergänzungsfuttermittel perfekt sind. Somit wird Ihre Katze auch bei unzureichender Trinkfreude motiviert, mehr zu trinken.

Fazit: Katzen tun sich beim Trinken oft schwer – achten Sie deshalb auf die beschriebenen Anzeichen einer möglichen Dehydrierung, gerade im Sommer. Stellen Sie immer genügend frisches Wasser bereit, vor allem dann, wenn Sie tagsüber nicht da sind. Genügend Wasseraufnahme ist wichtig, nur so können Körper und Geist Ihrer Katze einwandfrei funktionieren.

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