Eine Katze aus dem Tierheim – so klappt es

Das sollten Sie wissen, wenn Sie eine Katze aus dem Tierheim aufnehmen

Haben Sie sich schon mal die Frage gestellt, ob Sie einer Katze aus dem Tierheim ein neues Zuhause schenken wollen? Gut so. Denn unabhängig davon, ob Sie bereits eine Katze haben, ist es eine schöne Idee, Tiere zu adoptieren. Katzen werden aus verschiedensten Gründen im Tierheim abgegeben und warten dann darauf, dass jemand kommt und ihnen neuen Lebensraum gibt. Häufig sind sie an den Umgang mit Menschen schon gewöhnt und sehnen sich danach. Wir verraten Ihnen in diesem Artikel, worauf Sie bei der Aufnahme von Katzen aus Tierheimen achten sollten.

Gute Gründe für Katzen aus Tierheimen

Viele Menschen versteifen sich darauf, ein perfektes Tier finden zu wollen. Heimtiere werden hierbei kaum in Erwägung gezogen, obwohl sie offensichtliche Vorteile mit sich bringen. Sie sind bereits sozialisiert. Als ausgewachsene Tiere sind sie den Umgang mit Menschen und weiteren Tieren also gewöhnt – zukünftige Tierhalter müssen ihrer Katze nicht mehr ganz so viel Aufmerksamkeit schenken, wie es bei Kitten und Jungtieren in der Pubertät der Fall wäre. Außerdem haben Sie im Tierheim Gewissheit darüber, wie die Katzen tatsächlich aussehen. Ob schöne Mischungen oder Rassekatzen, Sie bekommen eine bunte Palette geboten. Aber warum landen überhaupt so viele Katzen in Tierheimen?

Katzen aus Tierheimen haben eine Geschichte

Ohne weiter darüber nachzudenken, können Katzen und andere Tiere in unserer heutigen Konsumgesellschaft oft mit wenigen Klicks über „eBay-Kleinanzeigen" erworben werden. Wenn es dann doch nicht so gut passt oder unbequem wird, finden  sie sich schnell im Tierheim wieder – im schlimmsten Fall werden sie sogar ausgesetzt. In einer Pressemitteilung des Hamburger Tierschutzvereins spricht die Tierheimleiterin Susanne David von einer möglichen Abgabewelle durch Corona, weil erkrankte Tierhalter sich weniger um ihre Tiere kümmern können. Unabhängig davon haben Tierheime besonders im Sommer mit Überfüllung zu kämpfen. Das kann daran liegen, dass sich Menschen in der dunklen Jahreszeit einen tierischen Partner wünschen, den sie dann im Sommer nicht mehr schätzen oder nicht wissen, wie sie die Katze während der Urlaubszeit versorgen können.

Um deutlich zu machen, dass Katzen keine Weihnachtsgeschenke sind, verhängen einige Tierheime in den Tagen vor Weihnachten sogar einen „Vergabestopp”.

Es ist wichtig zu wissen, dass Katzen häufig schlecht behandelt oder sogar im Stich gelassen wurden, ehe ihnen im Tierheim geholfen wird. Je nach Intensität der Vernachlässigung tun sich die Tiere schwer damit, das Erlebte zu vergessen. Denn Katzen sind sensible Wesen. Viele Tierpfleger haben die Charakterzüge der einzelnen Tiere aber bereits kennengelernt – von ihren Erfahrungen können Sie profitieren.

Das sollten Sie tun, bevor Sie eine Katze aus dem Tierheim aufnehmen

Was den Tierschutz betrifft, gilt Deutschland als vorbildlich. Neben vielen privaten Einrichtungen gibt es inzwischen über 500 Heime, die sich dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossen haben. Bevor Sie sich aber in einem Tierheim in Ihrer Nähe vorstellen, machen Sie sich Gedanken darüber, welche Katze zu Ihnen und Ihrer Familie passen könnte. Sehen Sie sich zunächst im Internet um. Manche Informationen zu Rasse und Herkunft der Tierheimkatzen können Sie bereits online einsehen. Eine gut strukturierte Website kann ein Indiz für ein intaktes Tierheim sein.

Im Dialog mit den Tierpfleger*innen

Natürlich ist es ratsam, sich dann die Gegebenheiten vor Ort einmal genau anzusehen. Seriöse Tierheime verfügen über hygienische Räumlichkeiten und Quarantänestationen für Neuankömmlinge. Nachdem Sie sich telefonisch einen Termin für Ihren ersten Besuch geben lassen haben, versucht das Personal, sich im Gespräch vor Ort ein Bild von Ihnen zu machen. Aufgrund einer Schilderung Ihrer häuslichen Situation versuchen die Pfleger in einem sog. „Vergabegespräch” eine geeignete Katze für Sie zu finden. Es ist zum Beispiel von Bedeutung, ob Sie bereits eine Katze haben, ob die neue Katze eine reine Wohnungskatze werden soll und ob Kinder im Haushalt leben. Zeigen Sie hier, dass Sie sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben.

Katzen aus dem Tierheim brauchen Zeit zum Eingewöhnen

Wenn Sie bei Ihrem Besuch im Tierheim genügend Zeit mitbringen, werden Sie merken, dass Sie zu manchen Katzen eine bessere Verbindung aufbauen können als zu anderen.

Tierheime loben Interessenten, die mehrere Male vorbeikommen, obwohl sie bereits einen klaren Favoriten haben. Denn diese haben verstanden, dass Katzen keine Umtauschware sind, sondern jahrelange Fürsorge benötigen.

Ein Tipp: Versuchen Sie Ihren Fokus nicht zu sehr auf das Äußere einer Katze zu legen. Natürlich soll sie Ihnen gefallen, aber im Gegensatz zu Zuchttieren geht es bei Tieren aus Heimen nicht um Makellosigkeit.

Das Wohl der Katze und Ihre gute Tat stehen im Vordergrund.

Sind Sie unsicher, welche Dinge noch zu klären sind, wenn Sie sich schließlich für eine Katze entschieden haben?

Katzen aus Tierheimen – die Formalitäten

Die Tierpfleger werden Ihnen zunächst wichtige Hinweise zur Haltung und Fütterung geben. Beschäftigen Sie sich also vorher eingehend damit. Das Tierheim entscheidet dann individuell, ob Vorkontrollen bei Ihnen zu Hause stattfinden sollen oder nicht. Es kann also sein, dass sich die Mitarbeiter einen Eindruck von Ihren Haltungsbedingungen verschaffen wollen. Werden Sie als geeignet eingestuft, steht einer Vergabe nichts mehr im Weg. Beim entsprechenden Termin sollten Sie Ihren Ausweis und Ihr Portemonnaie zur Hand haben. Anders als beim Züchter unterschreiben Sie zwar keinen Kaufvertrag – eine schriftliche Vereinbarung wird dennoch getroffen. Meist handelt es sich hierbei um einen Abgabe-, Überlassungs- oder Übergabevertrag, den Sie genau lesen sollten. In manchen Fällen bleibt das Tierheim auch nach der Vergabe rechtlich noch Eigentümer, damit gewisse Situationen einfacher geklärt werden können. In seltenen Fällen kommt es beispielsweise vor, dass sich der bisherige Tierhalter nach kurzer Zeit meldet und das Tier zurücknehmen möchte. Schauen Sie sich daher in Ruhe an, was im Vertrag geregelt ist.

Übernehmen Sie die Katze entwurmt, geimpft und gechipt.

Falls Sie sich wundern, dass Sie bei einer Adoption Geld bezahlen müssen: Hierbei zahlen Sie nicht das Tier, sondern eine Schutzgebühr für die medizinischen Anwendungen, die bei der Katze vorgenommen wurden. In der Regel wird Ihnen eine Katze kastriert, entwurmt, geimpft und gechipt oder tätowiert übergeben. Die Höhe dieser Gebühr variiert je nach Alter und Gesundheitszustand. Für einen bereits kastrierten Kater sind im Schnitt € 100,- fällig. Verschiedene Artikel über die Gesundheit ihrer Katze finden Sie in unserer Februar-Ausgabe. 

Möchten Sie einem Tierheim in Ihrer Nähe etwas Gutes tun, ohne ein Tier zu adoptieren? Viele Unterkünfte werden ungenügend unterstützt und freuen sich daher über Unterstützung.

Teilen Sie diesen Artikel mit Ihren Freunden & Bekannten:


Weitere Artikel der aktuellen Ausgabe