Was Sie über die Kastration Ihrer Katze wissen müssen

Warum der Eingriff wichtig ist und was Ihre Katze nach der Kastration braucht

Sie ist das Natürlichste der Welt und doch kann sie zu Problemen führen: die Fortpflanzung. Nämlich dann, wenn sie unkontrolliert aus dem Ruder läuft. Allein in Berlin schätzt man die Zahl verwilderter – also besitzerloser – Katzen auf mehr als 100.000. Deutschlandweit geht man von rund zwei Millionen aus. Diese hohen Zahlen von Katzen ohne feste Bleibe haben Folgen: überfüllte Tierheime, Katzenkrankheiten, Verkehrsunfälle ...  Doch auch für jede einzelne Katze ist eine Kastration empfehlenswert – und in manchen Gemeinden sogar Pflicht.

Die Vorteile einer Kastration Ihrer Katze

Wenn Sie sich fragen, ob Sie Ihre Katze kastrieren lassen sollten, möchten wir Sie zu diesem Schritt ausdrücklich ermutigen. Eine Kastration bringt für Ihre Katze – und auch für Sie als liebende Besitzer/innen – einige Vorteile mit sich. Sie dient im Allgemeinen als Tierschutzmaßnahme. Denn das Leben, das verwilderte Tiere auf der Straße führen müssen, kann verhindert werden, indem die unkontrollierte Fortpflanzung verhindert wird. Für Ihre Wohnungskatze und gerade auch für Freiläufer ist eine Kastration als Gesundheitsvorsorge zu verstehen. 

Die Vorteile einer Kastration für Ihre Katze:   

  • Die Lebenserwartung steigt bei Ihrer Kätzin um etwa vier Jahre, bei Katern sogar um fünf Jahre. Laut Tierärzteverband werden Katzen im Schnitt zehn Jahre alt – unkastrierte Kätzinnen dagegen nur sechs, Kater nur fünf Jahre. 
  • Weniger Stress, weniger Aggressionen: Fällt der Hormonspiegel, zeigt sich das auch im Gemüt Ihrer Katze. Manche Katzen werden regelrecht mit Hormonen überschwemmt. Sie haben Schmerzen und stehen unter dem Einfluss dauernder Rolligkeit. Mit der Kastration fällt dieser Stress weg. 

Dazu der Bundesverband Praktizierender Tierärzte e. V.

„Bei Wohnungskatzen findet durch den Kunstlichteinfluss oftmals keine Zykluspause statt. Mitunter zeigen sie durch Zystenbildung am Eierstock sogar eine „Dauerrolligkeit“, bei der ein Zyklus nahtlos in den anderen übergeht. Dieser Zustand ist für die Katze sehr belastend und erhöht deutlich das Risiko für Erkrankungen der Gebärmutter. Während der Rolligkeit ist die Kätzin sehr unruhig und frisst kaum. Sie schreit für menschliche Ohren beklagenswert und rollt sich fast permanent über den Boden.“

  • Geringeres Unfallrisiko. Ihre Katze oder Ihr Kater streunen weiterhin durch ihre Revier, allerdings bleiben sie meist in der näheren Umgebung. Unkastrierte Kater und Kätzinnen, die hormongetrieben auf der Pirsch sind, vergrößern ihr Revier um ein Vielfaches. 
  • Das Verletzungsrisiko sinkt: Revierkämpfe können arge Verletzungen mit sich bringen. Gerade, wenn Katzen rollig sind und es um die Paarung geht, sind Kater und Kätzinnen nicht sehr zimperlich. Mit der Kastration werden die Sexualhormone stillgelegt, damit minimieren sich auch die Revierkämpfe. 
  • Die Gefahr, dass sich Ihre Katze eine Infektion einfängt, verringert sich ebenfalls. Dazu gehören unheilbare Krankheiten, die das Immunsystem angreifen – zum Beispiel Katzen-Aids oder Leukose ( FeLV).
  • Die Bindung zum Menschen wird in der Regel enger. Davon profitiert Ihre Katze zum Beispiel, wenn ein Tierarztbesuch ansteht. 

Vorteil für Sie als Katzenbesitzer:

  • Besserer Schlaf. Keine Schreigeräusche mehr während der Rolligkeit. Auch die nächtlichen Sorgen, dass Ihr Freigänger mal wieder tagelang nicht nach Hause kommt, minimieren sich.   
  • Kein ungewollter Nachwuchs, für den man kein Zuhause findet. Keine Frage, Kitten stehen ganz oben auf der Niedlichkeitsskala. Allerdings kosten sie Nerven und Geld. Sie als Besitzer/in tragen die Verantwortung für die Kleinen. Und auch dafür, dass sie dauerhaft ein schönes Zuhause finden. 
  • Keine Geruchsbelästigungen mehr! Übelriechende Markierungen können das schönste Zuhause ruinieren. Nach der Kastration hört Ihr Kater mit dem Markieren auf. 
  • Sie können Ihre Zeit mit einem entspannten Haustier genießen! Katzenbesitzer spüren, wie es ihren Tieren geht. Freuen Sie sich also auf eine kuschelige Zeit mit Ihrer Katze.

In diesen Gemeinden ist eine Kastrationspflicht für Katzen angeordnet

Ob in Ihrer Stadt oder Gemeinde eine Kastrationspflicht greift, können Sie auf der Seite des Tierschutzbundes nachlesen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Kastration und einer Sterilisation bei Katzen?

Der Unterschied zwischen einer Kastration und einer Sterilisation liegt vereinfacht gesagt in der Hormonproduktion. Eine Kastration führt bei Katzen dazu, dass sie unfruchtbar werden und keine Sexualhormone mehr produziert werden. Dafür werden bei der Kätzin die Eierstöcke entfernt, bei einem Kater die Hoden. Bei einer Sterilisation wird Ihrer Katze die Fruchtbarkeit genommen, d. h. sie kann sich nicht mehr fortpflanzen. Dafür werden Ihrem Kater die Samenleiter durchtrennt, bei Kätzinnen werden die Eileiter verschlossen. Sie produzieren damit weiterhin Hormone. Das Verhalten Ihrer Katze wird sich durch eine Sterilisation also nicht gravierend ändern.

Ab wann/in welchem Alter kann eine Kastration Ihrer Katze durchgeführt werden?

Entscheidend dafür, in welchem Alter Sie Ihre Katze kastrieren lassen sollten, ist ihr Entwicklungszustand. Auch das Geschlecht, die Haltung und die Rasse entscheiden darüber, wann eine Kastration durchgeführt werden sollte. Viele Tierärzte empfehlen eine Kastration schon vor der Geschlechtsreife, also im Zeitraum zwischen der 14. Woche und dem achten Monat. Bitte besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, wann der beste Zeitpunkt für Ihre Katze ist.

Kosten einer Katzenkastration

Die Kastration eines Katers kostet im Schnitt 70 bis 90 Euro. Bei Kätzinnen ist die Operation aufwendiger und kostet daher 120 bis 200 Euro. Die Preise können je nach Aufwand und Region variieren. 

Was Ihre Katze nach der Kastration braucht

Ihre Katze wird sich nach der Kastration in der Regel schnell wieder fit fühlen. Sie darf noch am Tag der OP wieder mit zu Ihnen nach Hause. Ihr Tierarzt wird Ihnen ggf. Medikamente mitgeben. Da der Tierarzt den Eingriff unter Vollnarkose durchführt, erlebt Ihre Katze zu Hause eine Aufwachphase. Während dieser Zeit kann die Katze ihre Bewegungen nicht vollständig kontrollieren und fällt vielleicht gelegentlich um. Achten Sie darauf, dass sie sich direkt nach der Kastration in einer sicheren Umgebung befindet und nicht durch andere Haustiere oder Personen gestört wird. Ob ein Kontrolltermin notwendig ist, hängt ganz vom Verlauf der Operation ab. Da der Eingriff bei Kätzinnen aufwendiger und auch die Narbe länger ist, sollten Sie die Wundheilung im Auge behalten. 

Die Futtermenge ist nach einer Kastration Ihrer Katze besonders wichtig

Ihre Katze produziert nach der Kastration weniger Sexualhormone. Dadurch verlangsamt sich auch der Stoffwechsel. Der Kalorienbedarf Ihrer Katze sinkt um etwa 30 Prozent. Füttern Sie Ihre Katze nach der Kastration normal weiter, wird sie wahrscheinlich zunehmen.

Reduzieren Sie die Kalorienzufuhr. Achten Sie aber weiterhin darauf, dass Ihre Katze alle wichtigen Mineralstoffe und Vitamine bekommt.

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