Katzen und ihr Revier

Alles, was Sie über Kern- und Streifgebiete und das Revier von Wohnungskatzen wissen müssen

Wohin geht Ihre Katze eigentlich, wenn sie das Haus verlässt, wie weit entfernt sie sich von der Wohnung? Und haben Wohnungskatzen, die keinen Auslauf im Garten erleben, trotzdem ein Revier? Wenn Sie sich fragen, welche Bedeutung das Revier für Ihre Katze hat, dann sind Sie hier genau richtig.

Das Revier einer Katze – was ist das eigentlich?

Als Revier bezeichnet man einen Bereich um den Wohnplatz einer Katze, den sie als ihr Gebiet betrachtet. In diesem Gebiet hält sich die Katze hauptsächlich auf, hier frisst und schläft sie. Es ist ein vertrauter Aufenthaltsort, in dem Katzen sich wohlfühlen und entspannen. In ihrem Revier jagen Katzen außerdem nach Mäusen, Vögeln und anderen Kleintieren als Futter. Andere gleichgeschlechtliche Katzen sehen sie innerhalb ihres Reviers als Konkurrenten an. Sie sind dort nicht erwünscht und Kater und Kätzinnen verteidigen es deshalb gegen sie.

Das Revier ist in mehrere Bereiche unterteilt:

Das Heim erster Ordnung

Das Revier ist unterteilt in ein Kerngebiet, das sogenannte „Heim erster Ordnung“, das vor allem den Schlafplatz und den Fressplatz umfasst. Hier möchte die Katze ungestört sein. Füttern Sie Ihre Katze immer an derselben Stelle, das gibt ihr Sicherheit. Bekommen Katzen Nachwuchs, so ziehen sie ihre Jungen bevorzugt an dieser zentralen Stelle ihres Reviers auf.

Das innere Revier

An das Heim erster Ordnung schließt sich das sogenannte „innere Revier“ an. Es umfasst meist den Rest des Hauses und einen Teil des Gartens. Katzen kennen in ihrem inneren Revier jeden Zentimeter. Hier bewegen sie sich sicher und entspannt. Sie wissen, wie sie Hindernisse überwinden können, und kennen alle Verstecke.

Das Streifgebiet

Nach diesem eigentlichen Revier der Katze kommt das sogenannte Streifgebiet, durch das Katzen gern stromern. Die Streifgebiete verschiedener Katzen überschneiden sich stark, es ist eine Art neutrale Zone, in der Katzen aufeinandertreffen, ohne dass es zu Streitigkeiten kommen muss. Die Streifgebiete verändern sich im Laufe der Zeit, etwa wenn Tiere neu in das Gebiet einwandern oder es verlassen.

Wie groß ist das Revier von Katzen?

Katzenreviere sind unterschiedlich groß, wobei Kater und Jungtiere ein ausgedehnteres Revier haben als Kätzinnen und ältere Tiere. Unkastrierte Kater haben etwa zehnmal so große Reviere wie kastrierte Kater und Kätzinnen. In ländlichen Gegenden, in denen Katzen auch gehalten werden, damit sie Mäuse fangen – und deshalb nicht immer regelmäßig gefüttert werden –, sind die Reviere daher meist größer als in der Stadt. Gibt es viele Katzen in einem Gebiet, so sind die Reviere tendenziell eher kleiner, da die Katzen sich zueinander in Konkurrenz um die Gebiete befinden.

Kater suchen sich beim Erreichen der Geschlechtsreife meist ein neues Revier, junge Katzen bleiben dagegen im Revier der Mutter. Bei einem Umzug müssen Katzen sich erst ein neues Revier erobern und sich dabei gegen andere Katzen durchsetzen. Um ihr Revier zu markieren, setzen Katzen Kratz- und Duftmarken, die anderen Katzen signalisieren, dass sie sich in einem fremden Revier aufhalten.

Wie weit sich Katzen von ihrem Heim erster Ordnung wegbewegen, ist individuell

Manche Katzen legen auf ihren Streifzügen weite Wege zurück, während andere eher nah am Haus bleiben.

Ein GPS-Tracker zeigt, wohin Ihre Katze läuft

Wenn Sie Ihre Katze begleiten möchten oder wissen wollen, wo sie sich aktuell aufhält, ist ein GPS-Tracker ideal. Der Sender übermittelt den genauen Aufenthaltsort Ihrer Katze in Echtzeit und mithilfe des Geräts können Sie beobachten, welche Wege Ihr Tier zurücklegt und wie groß sein Revier ist.

Auch wenn Ihre Katze doch einmal nicht zurückkehrt, ist ein GPS-Tracker nützlich. Denn als Halter machen Sie sich natürlich Sorgen. Ein GPS-Tracker hilft, das Tier schnell wiederzufinden.

Um den GPS-Tracker einzusetzen, wird ein kleiner Sender am Halsband der Katze befestigt. Die Daten werden mithilfe einer App auf Ihrem Smartphone dargestellt. Auf einer Karte können Sie dann die Wege Ihres Tieres in Echtzeit beobachten.

Manche GPS-Tracker haben außerdem eine Trainingsfunktion: Senden Sie ein Signal, so vibriert der Sender am Halsband der Katze oder es ertönt ein leises Geräusch. Wenn Sie die Katze entsprechend trainieren, kann dies das Signal für die Fütterung sein. Ihre Katze wird dann nach Hause kommen, sobald sie das Signal wahrnimmt. Damit können Sie im gesamten Revier mit Ihrer Katze in Kontakt bleiben.


So verteidigen Katzen ihr Revier

Ob Katzen eher Einzelgänger oder gesellig sind, hängt von der Rasse ab. Von Norwegischen Waldkatzen beispielsweise heißt es, dass sie eher gesellig sind. Die meisten Kater wie auch Kätzinnen verteidigen ihr Revier jedoch gegen unerwünschte Eindringlinge. Kätzinnen haben in der Regel zwar ein etwas kleineres Revier, verteidigen es dafür aber umso stärker. Besonders, wenn sie ihre Jungen großziehen, sind Katzen sehr wachsam und schützen ihren Nachwuchs energisch.

Auf Eindringlinge reagieren Katzen und Kater zunächst mit Drohgebärden. Sie sträuben ihr Fell am gesamten Körper und Schwanz, was sie bedeutend größer erscheinen lässt. Sie bieten damit einen furchterregenden Anblick für ihre Gegner. Katzen fauchen und knurren außerdem laut, um ihre Gegner abzuschrecken. Lässt sich der Eindringling nicht beeindrucken, kommt es oft zum Kampf. Dieser kann sehr lautstark sein und das unterlegene Tier erleidet dabei oft kleinere Verletzungen.

In vielen Fällen können Sie Erste Hilfe leisten, wenn Ihr Tier durch Revierkämpfe leicht verletzt wurde.


Revier in der Wohnung:

Katzen ohne Freigang sollten ein möglichst großes Platzangebot im Haus bekommen

Wohnungskatzen ohne Freigang haben ein eingeschränkteres Platzangebot. Ein abwechslungsreiches Umfeld ist für sie besonders wichtig. Daher sollten Sie Ihrer Katze nach Möglichkeit erlauben, sich in der gesamten Wohnung frei zu bewegen. Wenn Sie mehrere Geschosse bewohnen, wird Ihre Katze den Blick aus dem Fenster eines oberen Stockwerks lieben. Achten Sie darauf, dass die Katze beim Springen auf die Fensterbank nichts umstoßen kann.

Denken Sie bei der Gestaltung der Fensterbank an Ihr Tier – ein Kissen oder eine Decke bietet sich als Sitzplatz auf einer kalten Steinfensterbank an.

Wenn Sie Ihrer Katze innerhalb der Wohnung vielfältige Spiel- und Unterhaltungsmöglichkeiten bieten, wird sie sich in ihrem Revier wohlfühlen. Stellen Sie beispielsweise einen Kratzbaum auf und verteilen Sie natürlich riechende Dinge, wie etwa Steine, Erde oder Holz.

So gestalten Sie das Revier Ihrer Katze auch im Haus artgerecht

Katzen, die sich ausschließlich in der Wohnung aufhalten, freuen sich über Kratzbäume, Klettermöglichkeiten und Rückzugsorte, die ihnen ein artgerechtes Leben ermöglichen. Um die Umgebung entsprechend zu gestalten, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Der Kratzbaum ermöglicht Katzen, ihrem natürlichen Bedürfnis zu kratzen nachzukommen. Er dient einerseits dazu, die Krallen zu schärfen und lockere Krallenteile abzustoßen. In der Natur dient das Kratzen an Bäumen daneben auch dazu, das Revier zu markieren. Neben einem optischen Zeichen setzen Katzen dabei auch Duftmarken mit ihren Pfoten.

Wenn Sie den Platz und die Möglichkeiten haben, freut sich Ihre Katze über einen Kletterbaum. Wählen Sie abgelagertes Holz ohne Rinde, damit Ihr Wohnraum sauber bleibt. Ein Kletterbaum bietet der Katze die Möglichkeit zum Klettern und ist nicht zum Kratzen gedacht. Die Katze kann auf ihm ihre Geschicklichkeit beim Klettern üben und genießt gleichzeitig einen guten Ausblick von oben.

Auch an der Wand angebrachte Regale und kleine Treppen helfen Ihrer Katze, die Wohnung einmal aus einer anderen Perspektive zu beobachten. Katzen lieben den Blick von einer sicheren erhöhten Position.

Im Garten und in der Natur fressen Katzen gerne Gräser, um die Hairballs, die sich in ihrem Magen sammeln, loszuwerden. Da die Gräser unverdaulich sind, würgen sie sie schnell wieder aus. Wenn Ihre Katze ausschließlich im Haus lebt, stellen Sie regelmäßig Katzengras für Ihre Katze bereit. Oft knabbern Katzen jedoch auch an anderen Zimmerpflanzen. Deshalb sollten Sie sichergehen, dass die Pflanzen in Ihrer Wohnung für Katzen nicht giftig sind (siehe Artikel aus der Sommer-Ausgabe: Urban Cat Jungle oder giftig?).

Katzen lieben den Duft von Katzenminze, die sich in vielen Gärten findet. Oft sind sie so begeistert, dass sie sich gleich mit dem ganzen Körper in die flache Staude legen und darin wälzen. Katzenminze hat eine entspannende und beruhigende Wirkung. Wohnungskatzen freuen sich deshalb über ein mit Katzenminze gefülltes Kissen, das denselben Effekt hat.

So gewöhnen Sie ein zweites Tier an das Revier

Wenn Sie eine zweite Katze bei sich aufnehmen, ergeben sich zwangsläufig Revierstreitigkeiten. Aber Sie können Ihren Katzen bei der Eingewöhnung helfen. Achten Sie darauf, dass beide Tiere ihre eigenen Rückzugsmöglichkeiten haben und in Ruhe fressen können.

Geben Sie dem neuen Tier Zeit, sich zunächst alleine an die neue Umgebung zu gewöhnen, und bringen Sie die Tiere erst später in direkten Kontakt.

In der Regel gewöhnen Katzen sich nach kurzer Zeit an den neuen Mitbewohner – mischen Sie sich also nicht in jede Meinungsverschiedenheit ein. Tiere, die sich mögen, suchen dann die Nähe des anderen. Tiere, die weniger gut harmonieren, können sich aus dem Weg gehen und unterschiedliche Tagesabläufe entwickeln.

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