Erste Hilfe, wenn sich Ihre Katze bei Revierkämpfen verletzt hat

Wie Sie Verletzungen bei Katzen erkennen und was Sie selbst behandeln können

Freigänger genießen es, sich in ihrem Revier in der Natur aufzuhalten. Allerdings teilen sie sich dieses Gebiet mit anderen Katzen. Betreten sie das Revier einer fremden Katze, kann es zu Rivalitäten und Kämpfen kommen, denn ihr eigenes Revier verteidigen Katzen gegen Eindringlinge. Gerade zur Paarungszeit im Frühjahr und Sommer ist nachts das Kreischen und Fauchen der kämpfenden Tiere zu hören.

Oft reicht es, das Fell zu sträuben, die scharfen Fangzähne zu zeigen und zu fauchen, um Konkurrenten zu vertreiben.

 

Dieses Verhalten bringt Dominanz und Stärke zum Ausdruck.

Eindringlinge weichen zurück, wenn sie sich eingeschüchtert fühlen. Kommt es jedoch zu einem Kampf, können Katzen und Kater Verletzungen davontragen. Manchmal sind diese sofort sichtbar. Schwieriger ist es, innere Verletzungen zu erkennen.

Sollte Ihre Katze sich daher sichtbar unwohl fühlen und nicht fressen, kann dies ein Zeichen für innere Verletzungen sein. Besonders ältere Katzen haben damit zu kämpfen, dass sie in Zweikämpfen immer öfter unterliegen.

Verletzungen bei Katzen selbst behandeln – und Symptome, mit denen Sie zum Tierarzt gehen sollten

Wenn Sie bemerken, dass Ihre Katze in einen Kampf mit einer anderen Katze verwickelt war, untersuchen Sie das Tier auf Verletzungen.

Achten Sie besonders auf folgende Anzeichen:

  • Humpeln – kann ein Zeichen für eine Prellung oder einen Knochenbruch sein. Wenn Ihre Katze sehr beeinträchtigt ist und sich nur langsam erholt, ist es ratsam, einen Tierarzt aufzusuchen.
  • Schwellungen – können ein Anzeichen für Prellungen sein. Wenn Ihre Katze es zulässt, versuchen Sie die Schwellung zu kühlen. Dazu ein Kühlpack mit einem Küchenkrepp oder einer Serviette umwickeln und für eine Weile auf die Schwellung legen. Für die empfindliche Augenpartie ist ein Kühlpack zu kalt, nehmen Sie hier besser einen nassen Waschlappen. 

Auch Bisswunden, in denen sich Abszesse entwickeln, können sich durch kleine Schwellungen bemerkbar machen.

  • Bluten – dies deutet immer auf eine Verletzung hin. Säubern Sie die Wunde mit einem fusselfreien Tuch. Weiter unten erklären wir, wie Sie Wunden bei Ihrer Katze richtig säubern und desinfizieren.
  • Kleine, aber tiefe Wunden – sind schwierig zu säubern, daher können sie sich leicht infizieren. Im Zweifel sollten Sie Ihre Katze lieber dem Tierarzt vorführen.
  • Lethargie – der Katze geht es nicht gut. Sie bewegt sich kaum und reagiert nicht wie sonst. Gönnen Sie der Katze Ruhe, damit sie sich erholen kann. Hält der Zustand an, sollten Sie unbedingt einen Tierarzt aufsuchen.
  • Appetitverlust – wenn Ihre Katze nicht frisst, kann dies ein Zeichen sein, dass es ihr nicht gut geht. Beobachten Sie das Tier und versuchen Sie es mit seinem Lieblingsfutter zu überzeugen.

Bei Verletzungen jeder Art unterstützen diese generellen Maßnahmen:

  • Ruhe – versuchen Sie jede Art von Hektik in Garten und Haus zu vermeiden, damit die Katze sich entspannen kann.
  • Schlafen – Schlafen ist die beste Medizin und Katzen haben starke Selbstheilungskräfte, weswegen man ihnen neun Leben nachsagt. Sorgen Sie bei Verletzungen dafür, dass Ihre Katze ungestört schlafen kann und nicht aufgeweckt oder hochgehoben wird.
  • Frisches Futter und Wasser anbieten – damit sich Ihre Katze freut und frisst.
  • Zuwendung – zeigen Sie der Katze, dass Sie da sind und sich um sie kümmern. Sprechen Sie mit leiser und ruhiger Stimme zu ihr, aber wecken Sie sie nicht auf, wenn sie schläft.

Lassen Sie Ihre Katze erst einmal nicht nach draußen, wenn sie sich verletzt hat, damit kein Schmutz in die Wunden gelangt. Wenn Ihre Katze im Haus bleibt, können Sie auch besser beobachten, ob sich ihr Zustand verbessert. Die Katze sollte sich jetzt schonen, viel Ruhe bekommen und schlafen. Sie erkennen gleich, wenn es ihr wieder besser geht. Die Katze frisst wieder, ist lebhaft und aufmerksam.

Braucht meine Katze eine Krankenversicherung?

Ob Sie eine Krankenversicherung für Ihre Katze abschließen wollen, hängt vom Einzelfall ab. Viele Katzen sind sehr robust, andere verletzen sich dagegen oft und benötigen sogar Operationen.

Eine Tierkrankenversicherung schützt hier vor unerwartet hohen Kosten, die bei häufigen Tierarztbesuchen oder Operationen in Tierkliniken anfallen.

So desinfizieren Sie Wunden bei Ihrer Katze

Sobald Sie bemerken, dass Ihre Katze sich verletzt hat oder im Kampf mit anderen Katzen verletzt wurde, sollten Sie die Wunden behandeln. Denn der Wundheilungsprozess beginnt sofort. Zunächst ist es notwendig, die Wunde zu reinigen und zu desinfizieren, damit sie sich nicht durch Schmutz entzündet.

Dazu verwenden Sie ein fusselfreies Tuch. Zum Reinigen und Desinfizieren gibt es verschiedene Mittel. Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt beraten – am besten schon bevor es notwendig wird. Sinnvoll ist ein spezielles Desinfektionsmittel für Tiere, das kein Brennen auf der Haut verursacht. So wird Ihre Katze beim Säubern eher stillhalten.

Verwenden Sie auf keinen Fall reines Teebaumöl oder Teebaumöl-Präparate zur Wundreinigung, da dieses für Katzen sehr giftig ist und die Anwendung tödlich enden kann.

Oft sind Bisswunden allerdings durch Fell verdeckt und nicht sofort erkennbar. Wenn sich eine Wunde bereits infiziert hat, ist es daher empfehlenswert, gleich den Tierarzt aufzusuchen, der gegebenenfalls auch ein Antibiotikum gibt.

Wenden Sie Medikamente, Salben und Desinfektionsmittel immer entsprechend den Anwendungshinweisen an.

Darf die Katze die Wunde lecken – oder ist ein Halskragen sinnvoll?

Halten Sie Ihre Katze nach Möglichkeit davon ab, die Wunden zu lecken. Zwar sind im Speichel Ihrer Katze auch antibakterielle Enzyme enthalten, doch sind diese bei schweren Wunden nicht sehr effektiv. Außerdem verhindert die raue Zunge Ihrer Katze unter Umständen, dass sich die Wunde schnell schließt. Sollte Ihre Katze nicht aufhören sich zu lecken, dann kann es sinnvoll sein, dass der Tierarzt ihr eine Halskrause anpasst.

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