Katzen und das Coronavirus – das sollten Sie jetzt beachten

Worauf Sie bei COVID-19 achten sollten und welche Coronaviren für Katzen gefährlich sind

*** Dieser Artikel wurde am 08.04.2020 aktualisiert. ***

Seit die COVID-19-Pandemie herrscht, ist vieles anders als zuvor. Mancher Tierhalter ist verunsichert, wie er sich mit seinen Tieren verhalten soll. Lesen Sie hier wichtige Informationen für Katzenbesitzer in der aktuellen Corona-Krise – und erfahren Sie dass es ein anderes Coronavirus bei Katzen schon seit Jahrzehnten gibt.

 

Das Coronavirus SARS-CoV-2 hat eine Pandemie ausgelöst und breitet sich aktuell weltweit aus. Nach ersten Einschätzungen kommt das Virus aus der Tierwelt und sprang von Wildtieren auf den Menschen über. Einige Viren leben artenübergreifend und können sowohl Menschen als auch Tiere infizieren. Deshalb fragen sich manche Katzenbesitzer, ob das Coronavirus auch ihre Katzen befallen kann.

Übertragen Katzen das für Menschen gefährliche SARS-CoV-2-Virus?

Es sind bisher so gut wie keine Fälle bekannt, in dem eine Katze oder ein anderes Haustier wie etwa ein Hund mit dem aktuellen Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert ist. Katzen erkranken nach heutigem Kenntnisstand nur in äußerst seltenen Ausnahmen an Covid-19. Unter Laborbedingungen konnten Forscher allerdings Katzen mit dem Virus infizieren. Das Corona-Virus vermehrte sich dann auch im Körper der Tiere und konnte in Speichel und Kot nachgewiesen wurde. Ein vorher gesundes Tier wurde möglicherweise durch den Kontakt mit den anderen Katzen infiziert.

Die Forscher betonen, dass die Menge der Viren nicht ausreichten, um Menschen zu infizieren. Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass Katzen oder Hunde das Virus an Menschen weitergeben. Halten Sie dennoch vorsorglich allgemeine Hygiene-Maßnahmen ein, um sich vor Krankheitserregern zu schützen.

Was bedeuten die vielen Abkürzungen bei der Corona-Krise?

SARS-CoV-2: So heißt das Virus, das die aktuelle Pandemie ausgelöst hat. Die englische Bezeichnung ist Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2 (Schweres akutes Atemwegssyndrom Coronavirus 2).

COVID-19: Das ist der Name der Krankheit. Auf Englisch heißt sie Corona Virus Disease 2019 (Corona Virus Krankheit 2019).

Coronavirus: Die Coronaviridae sind eine Virusfamilie, die unterschiedliche Erkrankungen bei Menschen und Tieren auslösen kann.

Katzen dürfen auch in der Corona-Krise weiterhin nach draußen

Sie können Ihre Katze weiterhin ohne jede Einschränkung nach draußen lassen.

Freigänger meiden sich von sich aus und können auf ihren täglichen Spaziergang ohnehin schwer verzichten.

Worauf Sie während der Corona-Pandemie im Haus achten sollten

Auch wenn Ihre Katze nach aktuellem Wissensstand nicht durch das Virus gefährdet ist, sollten Sie trotzdem im Moment auf besondere Hygiene und Sauberkeit achten – das schützt Sie selbst vor einer zusätzlichen Belastung durch weitere Bakterien, Viren und Würmer. Gründliche Hygiene ist wesentlich, um die Ausbreitung von COVID-19 einzudämmen. Deswegen empfiehlt das Robert-Koch-Institut, regelmäßig und gründlich die Hände mit Wasser und Seife zu waschen. Zu den allgemeinen Maßnahmen beim Zusammenleben mit Haustieren gehören die folgenden Dinge:

  • Waschen Sie sich die Hände, wenn Sie die Katze gestreichelt haben.
  • Waschen Sie sich die Hände vor und nach dem Füttern.
  • Halten Sie Futter- und Wassernäpfe immer gründlich sauber.
  • Reinigen Sie den Futterplatz täglich.
  • Säubern Sie jeden Tag das Katzenklo.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Katze gesund ist. Gehen Sie mit einem kranken Tier immer zum Tierarzt und sorgen Sie für einen aktuellen Impfschutz.

Katzen und Desinfektionsmittel

Händewaschen ist eine effektive Hygienemaßnahme. Viele Menschen greifen allerdings zusätzlich zu Desinfektionsmitteln gegen Bakterien und Viren. So hilfreich diese sind – sie sollten immer maßvoll angewendet werden. In Haushalten mit Katzen ist sogar Vorsicht geboten, denn Katzen können sehr empfindlich auf Desinfektionsmittel reagieren.

Desinfektionsmittel, die Benzalkoniumchlorid enthalten, können die empfindliche Haut an Nase, Zunge und auch an den Pfoten der Katze reizen und zu Verätzungen führen.

Reinigen Sie Flächen deshalb nach Möglichkeit nicht übermäßig oft und lassen Sie sie unbedingt gründlich trocknen, bevor die Katze darauf tritt. Desinfektionsspray sollte immer gezielt und dosiert eingesetzt werden. Für die großflächige Reinigung von Böden und Flächen ist eine Reinigung mit Wasser, einem milden Reiniger und einem Wischtuch vorzuziehen.

Wichtig: Haben Sie mehrere Katzen und ist in Ihrem Haushalt eine Katze erkrankt, sollten Sie verstärkt auf Hygiene achten, damit sich die anderen Katzen nicht anstecken.

Feline Coronaviren bei Katzen – FIP ist gefährlich

Zwar infizieren sich Katzen in der Regel nicht mit dem SARS-CoV-2, andere Coronaviren sind bei Katzen jedoch schon lange bekannt. Diese felinen Coronaviren (FCoV) verursachen ebenfalls Krankheiten, wie z. B. leichte Durchfälle und Erbrechen. Die stark virulente Form des Virus kann Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) verursachen, die oft für die Katze tödlich endet. Diese Krankheit äußert sich häufig durch eine Bauchfellentzündung oder eine Entzündung des Brustfells, daneben gibt es auch noch eine “trockene” Form. Das Virus wurde bereits 1968 entdeckt. In einer Laboruntersuchung kann das Virus diagnostiziert werden. 

FIP tritt besonders häufig bei Jungtieren oder bei älteren Tieren ab 14 Jahren auf. Es gibt eine Impfung gegen FIP, die allerdings auch unter Tierärzten nicht unumstritten ist. Sie wirkt nur bei Tieren, die noch nie mit dem Coronavirus in Kontakt gekommen sind. Sprechen Sie mit ihrem Tierarzt darüber und lassen Sie sich beraten.

Mit dem aktuell grassierenden für Menschen gefährlichen Coronavirus sollte FCoV aber nicht verwechselt werden. Katzen sind nach aktuellem Wissensstand durch das neue Virus nicht gefährdet.

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