Trächtigkeit bei Katzen

Wie Sie erkennen, ob Ihre Katze trächtig ist, und worauf es jetzt ankommt

Schon bald, nachdem Sie eine junge Kätzin bei sich aufgenommen haben, wird sie geschlechtsreif und kann Junge bekommen. Dass die Katze trächtig ist, lässt sich an verschiedenen körperlichen Veränderungen erkennen. Lesen Sie hier, was Sie beachten sollten und wie Sie Ihre Katze während ihrer Trächtigkeit unterstützen können.

Ab welchem Alter ist eine Katze geschlechtsreif?

Wann eine Katze geschlechtsreif wird, hängt unter anderem von ihrer Rasse ab. Hauskatzen werden meist im Alter von sechs bis acht Monaten geschlechtsreif. Bei Siam- oder Abessinierkatzen ist es oft früher, sie sind häufig schon mit vier Monaten bereit, Nachwuchs zu empfangen. Langhaarrassen wie Perser, aber auch Britisch Kurzhaar gehören mit einer Geschlechtsreife ab zwölf Monaten dagegen zu den Rassen, die sich langsamer entwickeln – bei ihnen dauert es länger, bis sie trächtig werden können. Erkennbar ist es meistens daran, dass die Katze rollig [###Link zu: Artikel Meine Katze ist rollig] wird und ein verändertes Verhalten zeigt.

So erkennen Sie, dass Ihre Katze trächtig ist

Eine Trächtigkeit ist nicht immer leicht zu erkennen. Untersuchen Sie Ihre Katze sehr behutsam, wenn Sie vermuten, dass sie trächtig ist. Berühren Sie den Bauch nur sanft, damit Sie die Katze nicht erschrecken oder die Kitten in Gefahr bringen. Eine Untersuchung beim Tierarzt gibt Aufschluss, ob die Katze trächtig ist. Die folgenden Anzeichen deuten aber bereits darauf hin, dass die Katze Nachwuchs erwartet:

  • Die Zitzen der Katze sind in der Regel nach ein paar Wochen geschwollen und kräftig rosafarben.
  • Der Bauchumfang Ihrer Katze nimmt nach und nach zu. Nachmessen mit einem Maßband bringt hier Gewissheit.
  • Die Katze nimmt an Gewicht zu. Wiegen Sie sie nun regelmäßig und notieren Sie die Werte. Eine Katze kann während der Trächtigkeit bis zu zwei Kilogramm zunehmen.
  • Sie hat größeren Appetit und frisst mehr. 
  • Auch bei Katzen kann es morgendliche Übelkeit geben.

Wie lange dauert eine Trächtigkeit bei Katzen?

Die Dauer der Trächtigkeit bei Katzen variiert von Tier zu Tier zwischen 61 und 72 Tagen. Im Durchschnitt dauert es 65 Tage, bis die Kitten geboren werden. Während dieser Zeit nimmt die Katze an Gewicht zu. Zu Beginn der Trächtigkeit setzt das Muttertier Fettreserven für die anschließende Säugezeit an. Am Ende der Trächtigkeit wachsen die ungeborenen Kitten stark und sind direkt für die Gewichtszunahme verantwortlich. Bei ihrem ersten Wurf haben Katzen meist zwei bis drei Junge, später können es bis zu sieben sein.

Katzen können mehrfach gedeckt werden

Der Eisprung setzt bei rolligen Katzen erst in dem Moment ein, da sie gedeckt werden. Sie bleiben dann noch weiter rollig und können wiederholt gedeckt werden. In einem einzigen Wurf können dadurch Kitten geboren werden, die von mehreren Vätern stammen. Dies erklärt, wieso Kitten desselben Wurfs manchmal sehr unterschiedlich aussehen.

Die richtige Ernährung für trächtige Katzen

Ist Ihre Katze trächtig, sollten Sie auf eine sorgfältig ausgesuchte Fütterung achten. Denn die Kätzin braucht jetzt mehr wichtige Nährstoffe, damit der Nachwuchs sich während der Tragzeit gesund entwickelt. Achten Sie auf hochwertiges Futter mit einem möglichst hohen Fleischanteil. Spezielles Kittenfutter ist schon geeignet, während die Katze trächtig ist. Denn Kittenfutter enthält alles, was Kitten während des Wachstums brauchen. Es ist kalorienreicher als Katzenfutter für erwachsene Katzen und sehr proteinreich.

Kittenfutter versorgt auch das Muttertier während der Trächtigkeit mit ausreichender Energie für die anstrengenden Wochen, die vor ihm liegen. Gleichzeitig sorgt es dafür, dass die Kitten gut ernährt werden.

So helfen Sie Ihrer Katze bei Tragzeit und Geburt

Achten Sie darauf, dass die Katze die Tragzeit in einer entspannten Umgebung verbringt. Empfindet sie das Umfeld als stressig, sucht sie sich sonst zum Werfen vielleicht einen Platz, der weit entfernt vom Haus ist. 

Wenn Sie Ihre Katze während der Trächtigkeit unterstützen möchten, sind folgende Dinge hilfreich:

Stellen Sie vor der Geburt Wurflager zur Verfügung

Das kann ein Karton, eine Kiste oder auch ein Wäschekorb sein, den Sie mit Laken und Handtüchern gemütlich ausstatten können. Die Einlagen sollten gut waschbar sein. Denn durch die Geburt und die Kitten wird das Lager verschmutzt. Während der Geburt verunreinigen Schleimpfropfen, Plazenta und verschiedene Körperflüssigkeiten das Wurflager. Zwar fressen Katzen den größten Teil der Nachgeburt und sogar totgeborene Katzenjunge auf und sorgen damit für Sauberkeit im Wurflager – optimale Hygiene können Sie jedoch erreichen, wenn Sie die Einlagen im Wurflager auswechseln. Auch wasserundurchlässige Inkontinenzunterlagen, die Sie im Sanitätshaus bekommen, sind empfehlenswert. Frotteehandtücher eignen sich übrigens wegen der kleinen Fadenschlaufen weniger: Die Katzen können sich leicht mit ihren Krallen darin verfangen. 

Wenn Sie das Wurflager schon vorbereiten, kann die Kätzin sich daran gewöhnen und sucht es sich vielleicht aus, um ihre Jungen zur Welt zu bringen. Es sollte an einem ruhigen, eher dunklen Ort stehen, an dem die Katze nicht gestört wird. Wenn möglich, können Sie das Wurflager auch mit einem großen Handtuch abdecken, um die Kätzchen vor Zugluft zu schützen und ein „Höhlengefühl“ zu erzeugen.

So helfen Sie Ihrer Katze während der Geburt

Die meisten Katzen vollbringen die Geburt ganz ohne fremde Hilfe. Wenn Sie bemerken, dass die Geburt beginnt, sollten Sie trotzdem ein Auge auf sie haben und den Geburtsvorgang beobachten. Denn im Einzelfall kann es doch einmal zu Komplikationen kommen, bei denen dann das Eingreifen eines Tierarztes notwendig ist. Es ist daher empfehlenswert, den Tierarzt schon vorsorglich über den Geburtstermin zu informieren. Bemerken Sie, dass die Katze auch eine Stunde nach Beginn der Presswehen kein Kätzchen geboren hat, sollten Sie den Tierarzt informieren.

Das braucht Ihre Katze direkt nach der Geburt

Nach der Geburt brauchen Mutter und neugeborene Kätzchen vor allem Ruhe. Die Katzenmutter leckt sich selbst und ihre Jungen sauber – und entsorgt die Nachgeburt, indem sie sie auffrisst. Dann beginnt sie die Kitten zu säugen. Sollte ein Katzenjunges nicht von allein den Weg zur Mutter finden, können Sie helfend eingreifen und das Kitten behutsam anlegen.

Sie können Mutter und Katzenjunge am besten unterstützen, indem Sie dafür sorgen, dass den Tieren immer genügend Futter und frisches Wasser zur Verfügung steht und die Katzenklos immer sauber sind. Schirmen Sie sie nach Möglichkeit vor neugierigen Besuchern ab und lassen Sie erst nach frühestens zwei Wochen Besucher zu ihnen.

Erst nach vier Wochen sollten Besucher die jungen Kätzchen anfassen und auf den Arm nehmen.

Kontrollieren Sie, ob alle Kätzchen genug trinken

Wiegen Sie die Kitten regelmäßig vor und nach dem Trinken, um zu beobachten, ob sie genug trinken. Die Kätzchen sollten täglich mindestens etwa zehn Gramm zunehmen. Es kommt vor, dass Kitten sich in den ersten Tagen unterschiedlich entwickeln.Vermuten Sie, dass die Mutter zu wenig Milch hat oder stellen Sie fest, dass ein Kitten zu wenig trinkt, müssen Sie per Hand zufüttern. Dies erfordert viel Umsicht: Verwenden Sie spezielle Katzenaufzuchtsmilch und füttern Sie alle zwei bis drei Stunden. Danach unbedingt sanft den Bauch massieren und den After des Kätzchens mit einem feuchten Waschlappen vorsichtig reiben. Auf diese Weise wird es zum Ablassen von Urin und Kot angeregt. Am besten sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, wenn Sie ein Kätzchen per Hand aufziehen wollen.

Etwa zwei bis vier Wochen nach der Geburt können Sie damit beginnen, die Jungen mit Kittenfutter zu füttern. Spätestens dann sollten Sie auch ein Katzenklo für sie aufstellen. Die Kätzchen werden sich instinktiv von der Mutter abschauen, wie sie es benutzen sollen und schnell stubenrein sein. Nach und nach erholt sich Ihre Katze sich von den Anstrengungen durch Trächtigkeit und Geburt. Unterstützen Sie sie mit Zuwendung und artgerechtem Futter, damit sie schnell wieder ihr Gewicht erreicht und fit wird.

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