Die Norwegische Waldkatze

Diese sanfte Katze ist perfekt an die langen kalten Winter Skandinaviens angepasst – fühlt sich aber auch bei uns wohl

Die Norwegische Waldkatze, kurz als Norweger bezeichnet (norwegisch Norsk Skogkatt), ist eine typische Katzenrasse aus Norwegen, die auch in Schweden und Finnland verbreitet ist.

Die Norwegische Waldkatze ist neben der Maine-Coon- und der Ragdoll-Katze eine der größten Katzenrassen. Diese Halblanghaarkatze ist auch hierzulande eine äußerst beliebte Katzenrasse.

Das Aussehen der Norwegischen Waldkatze

Norwegische Waldkatzen haben ein markantes Aussehen. Mit ihrem dichten Fell sind sie perfekt an die kalten, schneereichen Winter Skandinaviens angepasst. Die relativ großen Tiere haben ein wolliges, weiches, helles Unterfell, das sie im Winter gut wärmt. Das glänzende längere Deckhaar ist immer leicht fettig und lässt dadurch Wasser und Regen abperlen. Norwegische Waldkatzen haben außerdem eine weitere dritte Fellschicht aus langen, feinen Grannenhaaren.

Den sehr buschigen Schwanz legen die Tiere sich im Winter sogar oft über Nase und Ohren, um sich warm zu halten. Haarbüschel in den Ohren schützen vor Regen, Wind und Schnee und längeres Fell zwischen den Pfoten ermöglicht den Waldkatzen, auch auf Schnee gut gehen zu können.

Die kleinen Haarpinsel an den Ohren sind ein typisches Rassemerkmal der Norwegischen Waldkatze.

 

Die Katzen haben außerdem eine buschige Halskrause. Im Gegensatz zur Maine Coon haben sie ein völlig gerades Kopfprofil.

Norwegische Waldkatzen kommen in allen gängigen Fellfarben der Hauskatzen vor. In der Mehrzahl sind die Tiere getigert oder schwarz – mit oder ohne Weiß – und viele haben weiße Pfoten. Kätzinnen haben typischerweise ein Gewicht zwischen 3 und 5 Kilogramm, während die Kater 6-8 Kilo wiegen.

 

Das Wesen der Norwegischen Waldkatze

Norwegische Waldkatzen sind sanfte, gutmütige Tiere, die eine enge Bindung zu ihren Menschen aufbauen. Sie sind oft verspielt und anhänglich. Durch ihr langes, dichtes Fell sehen sie sehr kuschelig aus – und sind tatsächlich auch oft sehr verschmust.

Woher kommt die Norwegische Waldkatze?

Die Norwegische Waldkatze ist schon vor vielen Jahrhunderten natürlich in der Wildnis entstanden – und nicht etwa durch Züchtung. Damit gehört sie zu den sogenannten Naturrassen.

Die Rasse entstand vermutlich durch eine Kreuzung aus verwilderten Perserkatzen und kurzhaarigen Hauskatzen. Seit den 1930er-Jahren wird sie gezielt gezüchtet, ein Zuchtstandard existiert seit 1972. Seitdem heißt die Katzenrasse auf norwegisch offiziell „Norsk Skogkatt“.

Worauf Sie achten müssen, wenn Sie eine Norwegische Waldkatze halten wollen

  • Katzen dieser Rasse sollten nach Möglichkeit nicht allein, sondern zu mehreren gehalten werden. Mehrere Tiere in einem Revier sind meist unproblematisch, denn Norwegische Waldkatzen sind gesellig und akzeptieren auch andere Katzen im Gebiet.
  • Die Tiere halten sich gerne im Freien auf, daher ist es ideal, wenn sie in einem sicheren Revier als Freigänger Auslauf haben. Ein Außengehege oder ein katzensicherer Balkon können eine Alternative sein.
  • Auch im Winter genießen Norwegische Waldkatzen den Auslauf, und im Gegensatz zu anderen Katzenrassen lassen sie sich sogar hin und wieder einschneien, weil ihr Fell so gut isoliert und die Kälte den robusten Tieren nichts ausmacht.

Fellpflege bei der Norwegischen Waldkatze

Das Fell der Katzen verändert sich mit den Jahreszeiten, daher sollten die Tiere beim Fellwechsel durch regelmäßiges Bürsten unterstützt werden. Dann landen nicht so viele Haare im Magen der Katze, wenn sie sich bei der Fellpflege leckt.

Weil das Fell relativ lange Haare hat, wirkt es manchmal ein bisschen zottig und kann sich verknoten, regelmäßiges Kämmen ist daher sinnvoll, um es zu entwirren. Das lange Fell ist auch weniger seidig als beispielsweise das der Maine Coon und verknotet leichter. Es reicht trotzdem meist, die Katze einmal in der Woche zu kämmen.

Ist die Norwegische Waldkatze anfällig für Krankheiten?

Unter den Norwegischen Waldkatzen tritt eine besondere Stoffwechselkrankheit auf: die sogenannte Glykogen-Speicherkrankheit Typ IV (GSD IV). Keine andere Katzenrasse ist von dieser Erbkrankheit betroffen. Sie bricht bei Kitten aus, wenn beide Elternteile die Gene aufweisen. Kitten von Eltern mit gemischten Genen sind nicht von der Krankheit betroffen. Betroffene Tiere sterben entweder sofort nach der Geburt oder nach längerer Krankheit im Alter von 10 bis 14 Monaten. Die Krankheit kann bisher nicht behandelt werden. Züchter haben ihre Zuchtkätzinnen und -kater daher in der Regel auf das Gen hin getestet.

So füttern Sie eine Norwegische Waldkatze richtig

  • Norwegische Waldkatzen können mit einer Mischung aus Nass- und Trockenfutter gefüttert werden, wie andere Katzenrassen auch.
  • Norwegische Waldkatzen freuen sich über getreidefreies Futter, da die Naturkatze Getreide nicht besonders gut verträgt.
  • Wichtig ist, dass im Futter ausreichend Taurin steckt, denn die Katze kann diesen für sie lebensnotwendigen Stoff nicht selbst herstellen. In Fleisch und Fisch  ist Taurin enthalten, daher ist ein hoher Fleisch- oder Fischanteil im Futter wichtig.

Da sie vergleichsweise groß sind, fressen sie allerdings mehr als kleinere Tiere. Wiegen Sie Ihr Tier daher und passen Sie die Futtermenge entsprechend den Angaben auf der Packung an.

Was kostet eine Norwegische Waldkatze?

Eine Norwegische Waldkatze aus einer verantwortungsvollen Zucht kostet zwischen 650 und 900 Euro. Tiere, die nicht kastriert werden und für die Zucht verwendet werden sollen, sind deutlich teurer.

Katzen aus einer guten Zucht haben einen Stammbaum und werden dem neuen Besitzer mit Stammbaum und Impfpass übergeben. Sie kommen aus einer artgerechten, liebevollen Umgebung und werden nicht zu früh von ihrer Mutter getrennt. Die Kitten haben in der Regel die ersten Impfungen hinter sich, sind entwurmt und stubenrein.

 

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